Hansen & Münch

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Hansen & Münch Rechtsanwälte für Studienplatzklagen

Kanzlei für Bildungsrecht

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Studienplatzklage

Was ist eine Studienplatzklage?

Was ist eigentlich eine „Studienplatzklage“? Um dies zu verstehen, muss man zunächst wissen, dass jeder Studienplatzbewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife einen Anspruch auf Zugang zu seiner Wunschhochschule oder Fachhochschule hat. Dieses Zugangsrecht bezieht sich nicht auf irgendeinen Studiengang, sondern auf den Studiengang den Sie bzw. der Bewerber gerne belegen möchte. Der Anspruch auf Zugang zur Hochschule im Studiengang der Wahl ergibt sich aus dem Grundgesetz und ist damit ein sehr starker Rechtsanspruch. Wir helfen Ihnen dabei, diesen Anspruch gegenüber einer Hochschule oder Fachhochschule durchzusetzen.

Leider ist der Anspruch auf Zugang zu einer Hochschule aber nicht völlig unbegrenzt. Seit den Zeiten steigender Abiturientenzahlen gibt es eine Begrenzung durch die Kapazität der Hochschule. Dies bedeutet, dass die Hochschule nur so viele Studierende aufnehmen muss, wie sie tatsächlich bewältigen kann. Wie viele Studierende bewältigt werden können, ergibt sich aus dem zur Verfügung stehenden Geld und den sonstigen Mitteln, die der Hochschule zur Verfügung stehen. Es ist leicht nachvollziehbar, dass die Anzahl der Studenten davon abhängt, wie viele Professoren, Räume, oder sonstige Einrichtungen die Hochschule hat. Die Hochschulen errechnen nun für jeden Studiengang und jedes Semester, wie viele Studenten sie aufnehmen können. Die Verfahrensweise bei dieser „Kapazitätsberechnung“ ist dabei durch eine gesetzliche Regelung vorgegeben. Um nun das eigentliche Problem zu verstehen, muss man sich in die Situation der Hochschule hineinversetzen: Eine staatliche Hochschule bekommt grundsätzlich eine bestimmte Menge an Geld und sonstige Mittel vom jeweiligen Land. Mit diesem Geld muss sie ihre laufenden Betrieb und insbesondere Forschung und Lehre finanzieren. Je mehr Studierende mit diesem festen Betrag bewältigt werden müssen, umso weniger Spielraum bleibt der Hochschule für anderweitige Projekte. Die Versuchung ist somit aus Sicht der Hochschule sehr groß, sich bei den „Kapazitätsberechnung“ künstlich „klein“ zu rechnen und weniger Studierende aufzunehmen, als es die finanziellen Mittel eigentlich gestatten würden. Diese Vorgehensweise ist nicht nur ein problematischer Umgang mit Steuergeldern, sondern bringt Jugendliche um Ihren Studienplatz. Tatsächlich ist es die vornehmste Aufgabe der Hochschule, möglichst vielen Studenten durch die angebotene Lehre eine Ausbildung zu ermöglichen. Das Interesse der Abiturienten bzw. Studienbewerber ist daher genau gegenteilig: Sie als Studienplatzbewerber haben ein starkes Interesse daran, dass die Mittel, die die Hochschule zur Verfügung hat, so effektiv wie möglich eingesetzt werden. Nur dies stellt sicher, dass so viele Studenten wie möglich - und letztlich auch Sie - ein Studienplatz erhalten. Sie haben einen Anspruch darauf, dass die Universität durch korrekte „Kapazitätsberechnung“ die Ausschöpfung ihrer Möglichkeiten nachweist. Letztlich geht es hier auch um die Überprüfung einer effektiven Verwaltung.

Selbst wenn die Hochschule sich allerdings nicht künstlich „klein“ rechnet, kommt es häufig dazu, dass nicht jeder Bewerber einen Studienplatz erhalten kann. Insbesondere in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie und Psychologie ist das Verhältnis zwischen Studienplätzen und Studienplatzbewerbern sehr unausgeglichen. Diese Fächer wollen weit mehr Abiturienten studieren, als Plätze zur Verfügung stehen. In diesem Fall kommt es zu einem Auswahlverfahren. Bei diesem Auswahlverfahren spielt insbesondere die Abiturnote, der so genannte „NC“, eine große Rolle. So hat die Rechtsprechung schon vor Jahren entschieden, dass die Qualität der Abiturnote ein zulässiges Kriterium ist, um zu entscheiden, wer zuerst ein Studienplatz bekommt. Daneben spielen auch die Wartezeit und weitere Kriterien eine Rolle. Bei Medizin und Zahnmedizin kommen im sog. Auswahlverfahren der Hochschulen auch Ergebnisse von speziellen Testverfahren sowie Einstellungsgespräche zur Anwendung.

Wenn Sie nun einen Ablehnungsbescheid von einer Hochschule oder von der Stiftung Hochschulstart erhalten haben, so haben wir in einer Studienplatzklage zwei Möglichkeiten, Ihnen zu helfen: Erstens werden wir die „Kapazitätsberechnung“ der Universität nachvollziehen und überprüfen. Wir schauen dabei nach, ob die Universität sich zu Unrecht „klein“ gerechnet hat. Behauptet die Hochschule fälschlich, keine Studierenden mehr aufnehmen zu können, so sind die betroffenen Bewerber - und damit auch Sie - rechtswidrig um Ihren Studienplatz gebracht worden. Zweitens werden wir die Rechtmäßigkeit des Auswahlverfahrens überprüfen. Sollte die Universität das Auswahlverfahren fehlerhaft durchgeführt haben, so kann es sein, dass ein anderer Studienplatzbewerber Ihnen zu Unrecht vorgezogen wurde. Auch die Korrektur dieses Fehlers kann dazu führen, dass ein abgelehnter Bewerber doch noch ein Studienplatz erhält.

Durch diese Erklärung werden die Zusammenhänge bei einer Studienplatzklage verständlich. Wie Sie sehen, handelt sich dabei weder um „Hexerei“ noch um etwas Unmoralisches. Jeder Abiturient hat einen Anspruch darauf, einen Studienplatz zu erhalten. Wir überprüfen, ob die Universitäten Fehler gemacht haben und Ihnen daher ein Studienplatz zu Unrecht verweigert wurde.

Wir kennen uns sowohl mit den „Kapazitätsberechnung“ als auch mit dem Auswahlverfahren genau aus und haben bundesweit große Erfahrung. Vertrauen Sie uns bei der Überprüfung der Vorgehensweise der Hochschule.


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